Ironman 70.3 World Championship: Top 20!

Schon vor zwei Wochen machte ich mich auf die lange Reise nach Australien, Queensland, Sunshinecoast. Die Tage vergingen wie im Flug, das Training lief gut,  ich könnte mich schnell anpassen und freute mich auf das Rennen. Die Location für die Weltmeisterschaft war absolut perfekt.  Schwimmen im Meer,  direkt am Strand von Mooloolaba. Eine schnelle Radstrecke mit einem Abschnitt in dem Kletterspezialitäten gefragt waren und eine Laufstrecke mit vier Steigungen die man nicht unterschätzen sollte.

Das Starterfeld bildeten 50 Profimänner, ein absolutes Topfeld und einer WM würdig. Als Ziel setzte ich mir die Top 20. Vielleicht geht auch mehr, vielleicht bin ich am Schluss auch mit Platz 35 zufrieden. Es war schwierig einzuschätzen. 

Der Renntag:

Startzeit 6:15Uhr, drei Stunden vorher klingelte der Wecker. Frühstücken, Wechselzone einrichten, Erwärmung... Alles stressfrei. Es war ein Wasserstart, nach der Athletenvorstellung musste man zur Startlinie schwimmen.  Normalerweise hat man genügend Zeit. Nicht in Australien! Ich hatte die Linie noch nicht ganz erreicht und habe eigentlich nicht gebummelt da fiel schon der Startschuss. Also Vollgas. Ich kam gut weg und konnte mich schnell vorne im Feld etablieren. Auf dem Rückweg verlor ich ein paar Positionen, saß aber nach gutem Wechsel in der Spitzengruppe mit nahezu allen Favoriten.  Die Gruppe war ca. 25 Mann groß,  das Tempo auf dem Highway nicht gerade langsam. 



Es lief alles nach Plan. Bei Kilometer 53 wartete ein mega steiler Anstieg auf uns. Dieser Berg war einer der steilsten Anstiege die ich jemals gefahren bin. Ich wollte auf keinen Fall im hinteren Teil der Gruppe in diesen Abstieg fahren.  Also versuchte ich bei Kilometer 45 mich langsam etwas weiter nach vorne zu schieben. Dies gelang mir auch. Das Problem war allerdings das dem Kampfrichter irgendwas an mein Überholvorgang nicht gefallen hat. Er zeigte mir die Karte für eine 5 Minuten-Zeitstrafe. Ich war etwas überrascht und über die Entscheidung lässt sich sicherlich diskutieren.  Aus meiner Sicht habe ich nichts falsch gemacht.  Die Strafe muss man so akzeptieren.  Also 5 Minuten Pause.  Wirklich viele Kontrahenten sind in dieser Zeit nicht vorbeigekommen.  Also weiter..  Es ging immer noch um eine gute Platzierung.  Nach der Strafe fand ich mich in einer Dreiergruppe wieder. Ich sorgte für das meiste Tempo und wechselte auf Position 24 auf den abschließenden Halbmarathon.  Loslaufen ging abgesehen von mehreren Krampfansätzen echt gut. Ich war relativ flott unterwegs und machte Boden auf Platz 20 gut. Dieser war noch in Reichweite und damit mein gestecktes Ziel.  Ich kam näher und es gelang mir auf der zweiten Runde noch ein paar Positionen gutzumachen.  So erkämpfte ich mir im Zielsprint Platz 20!

Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden! Die Strafe war ärgerlich,  aber meine Performance hat gezeigt dass ich mir den Start bei der WM verdient habe. Ich denke eine Top 20 bei einer Weltmeisterschaft kann sich sehen lassen! 

Danke für die Unterstützung!

Bis bald,  Grüße aus Australien

Euer Paul